Das adoptierte Kind

Vor einigen Wochen war ich zu einem Aufstellungskurs. In einer Aufstellung ging es um ein adoptiertes Kind. Die Adoptiv-eltern wussten nicht so recht, was sie in der Erziehung des Jungen anders machen sollten. Und wie alle Eltern in diesen Konstellationen, machten sie sich Vorwürfe, nicht gut genug zu sein.

Erst einmal dazu: natürlich sind sie gut genug. Nämlich nehmen sie die Ersatz-eltern-rolle ein, so gut es in diesen Fällen möglich ist.
Diese Frau und dieser Mann waren sich auch der Tatsache völlig bewusst, dass sie ohne die Entscheidung der leiblichen Eltern, ihr Kind weg zu geben, nicht in die glückliche Lage der Adoptiv-Elternschaft gekommen wären. Und sie zollten der Situation ihren Dank.

Aber das ist oft eine Kopfsache. Eine vernunftgemäße Erklärung. In der Aufstellung zeigte sich etwas anderes.
Ich wurde von der Adoptiv-mutter des Kindes in die Stellvertreterrolle der leiblichen Mutter gewählt. Es war für mich sehr lehrreich und bewegend, was ich an der Stelle dieser Frau empfinden durfte:
Da war erstens eine große Liebe und Dankbarkeit den Adoptiveltern gegenüber, dass sie ‚mein Kind‘ aufgenommen haben. Und zweitens war da ein Schmerz, weil ich spürte, dass der Adoptiv-vater mich nicht wirklich sah, geschweige denn achtete. Er sah ‚über mich drüber weg‘.

Und dort liegt das Potenzial zur Heilung der Situation. Die wirkliche, tief von innen kommende Dankbarkeit der Adoptiv-eltern den leiblichen Eltern gegenüber. Dazu die Erkenntnis: wir sind nicht deine Eltern, du bist nicht unser Kind. Aber wir sorgen für dich wie für unser eigenes Kind. Damit sind Adoptiv-eltern und Adoptiv-kind entlastet.

 

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Das vollständige System

Immer wieder zeigt sich bei Familienaufstellungen, dass dort Probleme entstehen, wo Systeme unvollständig sind. Das heißt, wenn Personen in einem Familiensystem nicht geachtet und gewürdigt werden.

Dabei geht es sehr oft um ’scheinbar gar nicht Dazugehörende‘. Wie z.B. die frühere Verlobte des Vaters oder den verstorbenen 1.Mann der Großmutter.
Nachfolgende Kinder und Kindeskinder entwickeln auffällige Verhaltensweisen, sogar Krankheiten oder können das Leben nicht so richtig annehmen.

Völlig überrascht sind die Klienten dann, wenn sich in einer Familienaufstellung die Ursache herausstellt. Und mit dem Hereinnehmen des bisher nicht geachteten Menschen in das innere Bild und Bewusstsein wird das System vollständig.

Ob dieser Prozess gelungen ist, wird sehr schnell deutlich. Der Klient fühlt tiefe Dankbarkeit, große innere Ruhe und eine von innen heraus kommende Kraft.

Und ob diese Aufstellung mit Personen als Stellvertretern bei Aufstellungsgruppen oder in der Einzelarbeit mit Figuren oder in der Trance durchgeführt wird, er ist immer sehr wirksam.

Kraft statt Ohnmacht

Wer kennt es nicht, das Gefühl der Ohnmacht. Einer Situation, einer Sache oder auch einer Person hilflos gegenüber zu stehen. Ausgeliefert sein.

Aber stimmt es wirklich, dass wir ohnmächtig sind? Natürlich gibt es Situationen, in denen wir uns hilflos fühlen. Und die Reaktion der Menschen darauf ist sehr unterschiedlich. Da gibt es Wutausbrüche, Resignation, Weinen, Starregefühle, das Gefühl etwas bricht zusammen, man verliert den Boden unter den Füßen, … oder man beschließt: das ändert sich. Wer könnte da nicht eigene Beispiele anführen.

Die starke Variante: in die Offensive gehen, dem Gefühl auf den Grund gehen, Ursachen suchen und die Weichen stellen, um aus der Ohnmacht in die Kraft zu kommen. Aber wie macht man das? Immer wieder fällt jemand in gleiche Muster, selbst wenn er/sie sich noch so fest vornimmt, etwas zu ändern.

Diese unbewusst wirkenden Programme können mit Aufstellungen ergründet, die Ursachen der Ohnmachts-gefühle aufgedeckt werden. Und dann kommt die Liebe und mit ihr die Kraft. Und zwar tief aus unserem Inneren.

System-Aufstellungen

Das Familienstellen dient dem Lösungs- und Entwicklungsprozess im Bezug auf die Familie.
Organisations- und Struktur-Aufstellungen finden dagegen auch immer mehr Beachtung im Businessbereich. Eine mit Stellvertretern aufgestellte Problematik bietet die Möglichkeit, Energien fühlbar zu machen.

Der Weg zur Lösung wird auf eine sehr effektive Weise deutlich. Ein großes Plus für die Coaching-Arbeit.

 

Die Kraft der Felder

Wer zum ersten Mal in der Rolle eines Stellvertreters steht, ist sehr beeindruckt von der Kraft, die da wirkt. Ein Feld, das momentan mit wissenschaftlichen Methoden nicht nachweisbar ist.

Auch mich beeindruckt immer wieder dieses scheinbar allwissend existierende Etwas. Was ist ES? Als technisch und naturwissenschaftlich geprägter Mensch versuche ich oft, logische Zusammenhänge zu finden oder etwas verstehen zu wollen. Aber ich muss immer wieder feststellen: es geht nicht.

Und v.a. als Aufstellungs-Moderator oder als Coach darf man niemals in das Muster: das hatte ich schon ‚mal; da war das soundso … verfallen. Wahrnehmen, dem Empfinden der Stellvertreter in der Aufstellung vertrauen, beobachten und sehr sensibel den Prozess führen, dann entwickeln die Felder ihre optimale Wirkung, – bei dem der aufstellen lässt und auch bei den Stellvertretern. Und auch Personen im Energie-Kreis der Aufstellung tauchen in die Energie ein, halten die Energie und werden vom Geschehen berührt, d.h. erfahren Anstöße zu Handlungen und eigene Heilung, wenn sie erforderlich ist.